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Museum Ladin Sommer

Ladinische Kultur

Wer von St. Lorenzen ins Gadertal einfährt, erfährt schon an den Ortsschildern, dass hier etwas anders ist, als in der restlichen Ferienregion Kronplatz. Mit den alten klangvollen Namen weht einem die Jahrtausende alte Tradition aus den Dolomiten entgegen, bringt die uralte Sprache zum Klingen und haucht den wohl noch älteren Sagengestalten wieder und wieder neues Leben ein. Hier ist man sehr um den Erhalt der alten Kultur und Sprache bemüht. Das Ladinische Kulturinstitut Micurà de Rü hat dafür den Auftrag erhalten. Es organisiert und fördert Initiativen, in deren Mittelpunkt die ladinische Sprache und Kultur stehen. Es veröffentlicht Bücher über die ladinische Sprache und zu den unterschiedlichsten Themen der ladinischen Kultur, sowohl in Ladinisch geschrieben als auch in anderen Sprachen. Für den wissbegierigen Besucher ist die Bibliothek von großem Interesse, wo jede Menge Schätze der ladinischen Sprache und Kultur sorgfältig aufbewahrt werden. Wer Zugang zu einem speziellen Themenbereich sucht, kann sich vertrauensvoll an die hilfsbereite Bibliothekarin wenden.

Kultur im Teller

Was sich auf den ersten Blick an den Ortsnamen zeigt, bestätigt sich auch beim Blick in die Speisekarten. Panicia, Tutres, cancì blanc y cancì checi. Aus frischen, sehr einfachen Zutaten werden schmackhafte Gerichte gezaubert. Landestypische Produkte wie Mehl, Kartoffeln, Eier, Milch, Butter, Käse, dazu frisches Obst und Gemüse und an Feiertagen Fleisch regten den Einfallsreichtum der Köchinnen an und ließen zahlreiche traditionsreiche Rezepte entstehen, die heute ihrerseits junge und findige Kochprofis zu verfeinerten Interpretationen verführen. Ach, Sie wollen schon wissen, um was es sich bei Panicia, Tutres, cancì blanc y cancì checi handelt? Das muss man gekostet haben!

Kultur im Schrank

Warme Wolle, starkes Leder, edles Leinen, schmeichelnde Seide, schmückende Federn: das waren und sind die Zutaten für die echte Gadertaler Tracht. Rot, blau, braun, schwarz, weiß, gelb und grün … die Farben spiegeln den Reichtum der Natur wider. Damit bei den wenigen vergnüglichen Möglichkeiten einen potentiellen Ehepartner kennen zu lernen, keine Missverständnisse entstünden, trugen die jungen Mädchen die Schürze über dem schweren, schwarzen Rock und die gehäkelten Spitzen-Armstulpen in weiß, während die Tracht der verheirateten Frau eine blaue Schürze und schwarze Stulpen zu dem roten Oberteil vorsah. So groß war der Stolz auf jedes geborene Kind, dass die Frauen am Gürtel für jedes Kind eine Münze hinzufügten. Die Trachten werden auch heute noch gerne getragen, besonders zu den festlichen Prozessionen anlässlich der großen kirchlichen Feiertage. Da sind auch die Männer in der ‚Ledernen‘ und der braunen Joppe zu sehen, mit dem breiten federkielbestickten Gürtel, dem senfgelben Hut mit den grünen Bändern auf dem Kopf. Mehr dazu gibt es in der Bibliothek des Ladinischen Kulturinstituts Micurà de Rü nachzulesen.

Kultur auf dem Platze

Gefeiert wurde immer, wenn Kirche und Natur es zuließen. So sind die größten Feiertage die kirchlichen Hochtage, die auch heute noch meist mit festlichen Prozessionen und Umzügen einhergehen. Auf den feierlichen Teil folgt die obligate Segra, ein Wiesenfest mit Speis, Trank und Musik. Neben dem Almabtrieb hat jedes Dorf seinen eigenen Kirchtag, sodass sich im Laufe des Sommers und Herbstes reichlich Anlässe zum Feiern ergeben. Als es noch keine Telefone und Autos gab und der Alltag aus schwerer körperlicher Arbeit bestand, waren diese Festlichkeiten die willkommene Gelegenheit, die wohl wichtigste Entscheidung des Lebens vorzubereiten: die Wahl des Lebenspartners. Unter diesem Stern stand zum Beispiel auch das Einholen der Eier am Ostermontag: mit besonderer Hingabe wurden die Eier von den Mädchen für Ihren Herzliebsten bemalt und mit Liebessprüchen versehen. Auch hierzu gibt es in der Bibliothek des Ladinischen Kulturinstituts Micurà de Rü reichhaltige Dokumentation.

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