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‚Bëgngnüs te nüsc paîsc y te nostes valades!'

Ladinische Sprache

Ladinische Sprache

‚Bëgngnüs te nüsc paîsc y te nostes valades!'
(Willkommen in unseren Dörfern und in unseren Tälern!)

In der Sprache kommt das ureigene Wesen eines Volkes zum Ausdruck. Ecken, Kanten und Rundungen finden in der Sprachmelodie ihren Niederschlag. Es ist immer ein Genuss, einer (noch) unbekannten Sprache zuzuhören: da lässt sich die mal herbe, mal süße Schönheit des Klangbildes erfassen. So ist es auch mit dem Ladinischen, das die raue und wilde Schönheit der Dolomiten widerspiegelt und Kreativität und Durchhaltevermögen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt.

Ladinisch im Alltag

Ladinisch ist die Muttersprache von etwa 30.000 Ladinern. Es ist ein Unterrichtsfach an der Schule und wird im Alltag genutzt. Das erlebt auch der Urlaubsgast, dem das Ladinische von der ersten Minute an auf den dreisprachigen Ortstafeln und den ladinischen Inschriften, an Häusern und Geschäften begegnet. Er hört es im Hotel, bei den ladinischen Radio- und Fernsehsendungen, beim Einkaufen und auf dem Dorfplatz. Drucksachen werden hier durchweg dreisprachig aufgelegt.

Ursprung und Entwicklung

Das Ladinische gehört zu den romanischen Sprachen. Entstanden ist es aus der Verschmelzung des Rätischen der Urbevölkerung mit dem Vulgärlatein von Söldnern und Händlern. Die Abgeschiedenheit der Talschaften und die Lage Ladiniens zwischen italienischem und deutschem Sprachraum haben immer schon die Entwicklung von Varianten gefördert. In jüngster Zeit hinderte auch die unterschiedliche Anerkennung als eigenständige Sprache eine gemeinsame Weiterentwicklung: die Täler rund um den Sellastock (Gadertal, Gröden, Buchensteintal, Fassatal und Cortina) sind auf drei italienische Provinzen - Belluno, Trient und Südtirol - aufgeteilt. Die Ladiner in der Provinz Bozen sind offiziell als dritte ethnische Volksgruppe anerkannt und werden bei der Erhaltung ihrer Kultur und Sprache von der Provinz tatkräftig unterstützt.

Ladinisch in der Schrift

Seit wenigen Jahrzehnten gibt es auch ladinische Bücher. Dies verdankt man dem Bestreben, die Sprache zu erhalten, das 1833 mit der ersten, von Micurà de Rü verfassten ladinischen Grammatik seinen Anfang nahm. Sein Leitfaden war ein zukunftsorientierter Sprachausbau, die Förderung einer gemeinsamen Schriftsprache für alle Dolomitenladiner. 1976 wurde das Ladinische Kulturinstitut Micurà de Rü mit dem Ziel der Bewahrung, Weiterentwicklung und Förderung der ladinischen Schrift- und Umgangssprache sowie der ladinischen Kultur gegründet und nach ihm benannt. So wird das 2000 Jahre alte, neulateinische Idiom aus der Römerzeit liebevoll gepflegt und vor dem Untergang behütet.

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