Etappe 6: Sterzing - Brenner
Wir verlassen die Stadt vom Zwölferturm weg (er trennt die „Neustadt“ von der „Altstadt“) über die Mühlgasse, überqueren den Eisack, unterqueren die Staatsstraße und die Eisenbahn und wenden uns unmittelbar danach auf den Wanderweg 21, später 21 B, nach links.
Über Niederried und Oberried (ab dort wieder Weg 21) und an der Burgruine Straßberg (errichtet zur Kontrolle des Verkehrs über den Brenner) vorbei, gelangen wir zu einem Anwesen oberhalb der Autobahn. Diese unterquerend erreichen wir bergab Gossensass, das Knappendorf (Im Mittelalter arbeiteten mehr als 1000 Knappen in den Bergwerken der Umgebung.). Von der Pfarrgasse steigen wir über eine Stiege hinauf zur Pfarrkirche und zur von den Knappen gestifteten Barbarakapelle (1510).
Durch den Friedhof kommen wir zum Kirchsteig auf den Giggel-Berg und auf ihm zur früheren Pestkapelle (heute Marienkapelle) und weiter bergauf am leerstehenden Eisenbahnerwohnhaus vorbei. Kurz darauf geht es wieder bergab und nach nicht einmal 300 Metern auf der Landstraße entdecken wir in Pontigl die historische Passstraße.
Wir folgen ihr bachaufwärts am orographisch linken Ufer, bis sie definitiv endet und wir über einen Steg ans andere Ufer gelangen, um von dort zur stillgelegten Trasse der Eisenbahn hinaufzugehen. Wir haben in etwa die Höhe des Brennerpasses erreicht und können nun bis zum Grenzort entweder auf der Eisenbahntrasse oder (ab Brennerbad) auf der entstehenden Radroute kräftig ausschreiten.
Kurz vor dem Ort Brenner zweigt (orographisch rechts) ein kleiner Weg ab, der uns zu einer mystischen modernen Installation („84 Stufen“) führt. Dieser kleine „Aussichts-Bunker“ aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges bietet uns einen Überblick über diesen Ort.
Der Brenner ist nicht nur einer der meist befahrenen Alpenpässe, sondern auch Schicksalsgrenze Europas mit bewegter Vergangenheit. Ein magischer Ort, der eine herbe Romantik ausstrahlt. Wir reihen uns ein in die Millionen – Pilger, Händler, Soldaten, Päpste, Könige, Kaiser und sonnenhungrige Touristen – die vor uns seit Jahrtausenden den niedrigsten Pass der Alpen überquert haben. Die spätgotische Pfarrkirche (14. Jahrhundert, der Chor stammt noch aus dieser Zeit), dem Patron des frühchristlichen Rätien, dem Wanderbischof, Wege- und Gesundheitspatron Valentin geweiht, ist gerade der richtige Ort, um uns von diesem wunderbaren Stück Jakobsweg durch Südtirol zu verabschieden.
Gehzeiten:
Sterzing > Gossensass: 1 ¾ Std.
Gossensass > Brennerbad: 1 ¾ Std.
Brennerbad > Brenner: 1 Std.
Weglänge:
16,1 km
Höhenunterschied:
Aufstieg: 612 m
Abstieg: 201 m