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in Sand in Taufers

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„Ich spüre hier viel harmonisches Zusammenwirken
und auch Offenheit für Neues“

Interview mit dem künstlerischen Leiter Guy Vandromme

TALKLANG 2017

Herr Vandromme, wie kommt ein belgischer Musiker und Festivalmacher dazu, das TalKlang FestiVal in Sand in Taufers zu gestalten?

Guy Vandromme: Das war ein Glücksfall, würde ich sagen. Meine Töchter sind begeisterte Sportlerinnen, sie betreiben Triathlon. Wir suchten nach einem Urlaubsort, wo Sport großgeschrieben wird und die beiden auch etwas trainieren können – und haben Sand in Taufers entdeckt. Seitdem waren wir einige Male hier. Im Gespräch mit Ruth Leimegger vom Feldmüllerhof ist die Idee entstanden, in Sand in Taufers etwas Interessantes mit Musik zu machen. Katharina Willeit vom Tourismusverein hat sich für diese Idee begeistert. Sie hat dann in wenigen Monaten die Voraussetzungen für das Festival geschaffen, bei dem ich nun die künstlerische Leitung innehabe.

Mich hat sehr beeindruckt, wie die Menschen hier mit ihrer Region, mit der Landschaft und mit den Erzeugnissen der Landschaft umgehen. Mit Kräutern, mit regionalem Essen, mit viel Verbundenheit mit Geschichte und mit der Tradition, die sich auch in der regionalen Architektur und im Kulturleben ausdrückt. Ich spüre viel harmonisches Zusammenwirken. Gleichzeitig herrscht auch eine gewisse Offenheit Neuem gegenüber. Das wird durch junge Leute gefördert, die in die Welt gehen und dann wieder nach Hause kommen.

Das TalKlang FestiVal findet an ungewöhnlichen Orten statt. Wie ist es dazu gekommen?

Guy Vandromme: Die Menschen hier gehen gerne und viel in die Natur, in die Wälder, über die Almen und auf hohe Berge. Da war mir klar, dass wir nach Kraftorten in der Natur und an historisch und kulturell aufgeladenen Stätten suchen müssen, um sie zum Klingen zu bringen, weil sich die Menschen dort wohlfühlen und sich dann auch am meisten für Neues, für Ungewohntes, öffnen.

Die beeindruckende Energie der Orte äußert sich auch in den Naturgewalten, wie beispielsweise bei den Wasserfällen. Wenn wir das alles mit den verschiedenen Ausdrucksformen von Musik zusammenbringen, entsteht etwas, das es nur an diesem Ort geben kann. Es wächst sozusagen aus der Landschaft und aus den Kulturstätten heraus.

Das Musikprogramm reicht von Naturklängen und Jodeln über Bach bis Satie und Purcell…

Guy Vandromme: Wir wollen und müssen auch aus Budgetgründen klein starten und da die Vorbereitungszeit kurz war, habe ich nach kleinen Ensembles gesucht, die schon interessante Programme im Repertoire haben oder die in kurzer Zeit passende Werke einstudieren können.

Ich habe auch Wert darauf gelegt, lokale Kräfte einzubinden. Da habe ich mit Markus Prieth einen sehr interessanten Ansprechpartner gefunden, mit dem ich mich sofort verstanden habe, so wie auch mit Luca Pignata aus Meran.

Das Programm wird von zwei Elementen geprägt. Einmal geht es um die Stille und dann um die spezifische Kraft der Veranstaltungsorte. Ich denke, da ist uns ein sehr ansprechender Mix aus vielen Stilen, Epochen und Musiktraditionen gelungen. 

Wohin soll sich das Festival entwickeln?

Guy Vandromme: Wir wollen nun sehen, wie die erste Ausgabe ankommt und auch in Dialog mit den Kulturtreibenden und Musikern aus der Region treten. Auch das Feedback von Seiten der Besucher ist mir wichtig. Wir wollen auf jeden Fall weiterhin bei einem kleinen und feinen Festival bleiben und ungewohnte Klangerlebnisse schaffen. Mir ist es auch ein Anliegen, mit den Schulen zusammenzuarbeiten und bei den Schülern Begeisterung für Klangwelten zu erzeugen.
Ich glaube wir stehen am Anfang einer spannenden Entwicklung hier in dieser wunderschönen Kleinregion. 

 

Guy Vandromme ist Pianist, Dirigent, Festival- und Musiktheaterproduzent und lebt in Antwerpen in Belgien. Vandromme entwickelte und leitete, bzw. leitet Festivals wie „Klankfabriek“, „kunstcampus deSingel“ oder „Klankenstroom“ und war für das Musikprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt „Brügge 2002“ verantwortlich.  

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