Fünfzehn skulpturale Körper aus alten Skiern stechen aus der Landschaft hervor – fast so, als wären sie stumme Wächter. Ihre farbigen Oberflächen tragen Spuren von Geschwindigkeit und Bewegung. Doch was einst über Schnee glitt, verankert sich nun im Boden und beginnt, den Raum neu zu erzählen.
Das international tätige Künstlerkollektiv Brenner-Havelka-Plessl mit Wurzeln in Österreich, Italien und der Tschechischen Republik verbindet konzeptuelle Präzision mit interdisziplinärem Dialog und experimenteller Materialforschung. In „Goliath“ verdichten sich diese Ansätze zu einer stillen Befragung unserer Beziehung zur alpinen Landschaft. Die Ästhetik der Panzersperren klingt an – historische Eingriffe, mit denen Menschen den Alpenraum kontrollierten, strukturierten und begrenzten. „Goliath“ verschiebt sich ihre Bedeutung: Die Objekte versperren nichts. Sie markieren, rhythmisieren, lenken und öffnen den Blick. Sie erinnern daran, dass jeder Eingriff Spuren hinterlässt und jede Landschaft ein kulturelles Gedächtnis trägt. Die Installation regt dazu an, Grenzen nicht als Trennung zu begreifen, sondern als Einladung, unsere Position immer wieder neu zu verorten: im Denken, im Sehen und im Miteinander.