Ein Kasten aus unbehandeltem Stahl, klar in seiner Form, robust und zurückhaltend zugleich. Wind, Wetter und Zeit schreiben sich in seine Oberfläche ein – ein Prozess, der die Installation allmählich mit der alpinen Umgebung verschmelzen lässt.
Oliver Kofler, autodidaktischer Fotograf und ehemaliger Skateboarder auf nationalem Niveau, entdeckte nach einer Verletzung im Jahr 2015 die Stille des fotografischen Prozesses – und mit ihm eine neue Form der Aufmerksamkeit. Zwischen Bozen und San Francisco tätig, widmet er sich der bewussten Langsamkeit der Analogfotografie. Eine Arbeit, geprägt von Geduld und Präzision. „Camera Obscura" verkörpert diese Haltung. Wer am Kronplatz vor dem drehbaren Stahlgehäuse steht, blickt auf eine Milchglasscheibe und sieht die Welt auf den Kopf gestellt: gespiegelt, verlangsamt, verwandelt. Das älteste Prinzip der Optik wird unmittelbar erfahrbar. Die Installation verbindet die Via Artis und das benachbarte Lumen Museum in einem gemeinsamen Gedanken: Was bedeutet es, wirklich hinzusehen? Denn manchmal genügt es, den Blick zu verlangsamen und ihn für einen Augenblick aus den gewohnten Bahnen zu lösen, um neue Perspektiven zu erkennen.