Weiß ragt aus dem Boden, wie ein Tor, das keinen Weg vorschreibt und dennoch einlädt es zu erkunden. Eine ovale Öffnung aus ineinandergefügten Kiefernästen, weiß gefasst, fest in der Landschaft verankert. Sie wirkt wie eine einfache Geste, wie eine Einladung zum Hindurchgehen. Und doch verändert sie den Blick grundlegend.
Mit „Portal“ hat der gebürtige Meraner Jan Langer, autodidaktischer und vielfach ausgezeichneter Land-Art-Künstler, ein Werk geschaffen, das mit der umliegenden Landschaft in Beziehung tritt. Die rund 4,5 m hohe Skulptur rahmt, lenkt den Blick und lädt dazu ein, das Vertraute neu zu sehen. Berge, Licht, Horizont. Es ist ein Werk, das von Aufmerksamkeit spricht. Davon, wie sehr Wahrnehmung von Perspektive abhängt. Was übersehen wir, weil wir vergessen haben, bewusst hinzusehen? Worauf richten wir unseren Blick? „Portal“ erinnert daran, dass Schönheit oft nicht im Spektakulären liegt, sondern im Innehalten und im erneuten Entdecken dessen, was längst da ist.